Wohnbauförderungen in Österreich

Das Wohngefühl liegt den Österreichern und Österreicherinnen sehr am Herzen. Sich im eigenen Heim wohl zu fühlen, hat demnach Priorität. Zudem agieren die Österreicher und Österreicherinnen bei der Wahl ihrer Immobilien sehr heimatverbunden.

Den meisten ist es demnach wichtig, in Österreich zu wohnen und hier ihren Lebensmittelpunkt zu haben. Doch das Wohnen in der Alpenrepublik vielerorts nichts gerade günstig. Deswegen kann es sich auszahlen, sich in Bezug auf Beihilfen und Förderungen zu informieren. Diesbezüglich sollte wirklich kein Geld verschenkt werden!

Die Wohnträume der Österreicher und Österreicherinnen

Eine Studie der Integral Markt- und Meinungsforschung hat ergeben, dass sich 66 Prozent ein Haus im Eigentum wünschen, 25 Prozent ziehen eine Eigentumswohnung vor. Eine Mietwohnung erscheint nur sieben Prozent der Befragten als tolle Lösung, ein Haus zur Miete kommt sogar nur für zwei Prozent in Frage.

Doch was steht in punkto Wohnfeeling auf dem Wunschzettel ganz weit oben? 97 Prozent sehnen sich nach einem Balkon, einer Loggia oder nach einer Terrasse. 92 Prozent der Befragten gaben an, dass eine Garage oder ein Carport in Bezug auf den Immobilienwunsch essentiell sei. 82 Prozent hätten gerne einen eigenen Garten. Und beinahe jeder Zweite – 46 Prozent – träumt von einem eigenen Pool.

Die Wohnbauförderung wird in Österreich nicht immer genutzt

Von den Träumen zur nackten Realität: Nicht jeder hat das Glück oder die finanziellen Mittel, um so wohnen zu können, wie gewünscht. Dies wird auch von der Tatsache untermauert, dass jeder vierte Mensch in Österreich in den nächsten fünf Jahren eine Übersiedlung plant. Nun gibt es jedoch diverse Möglichkeiten, um zur Erfüllung des Wohntraumes Unterstützung, also Beihilfen und Förderungen zu erhalten.

Leider wird dieses Angebot oft nicht im vollen Umfang oder gar nicht angenommen, da es an Informationen mangelt. Es gibt in allen Bundesländern Möglichkeiten, Unterstützungs- und Förderungsleistungen zum Wohnen genehmigt zu bekommen.

Wichtig: Förderungen nutzen

Wohnbauförderung: Grundsätzliches

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die Wohnbauförderungsgesetze von Bundesland zu Bundesland recht unterschiedlich gestaltet sind. Werden also Infos eingeholt, gilt es darauf zu achten, dass hinsichtlich des gewünschten Bundeslandes Recherchen betrieben werden.

Ansonsten kann es schnell zu Missverständnissen kommen. Ein beachtlicher Teil des bereitgestellten Geldes kommt als Objektförderung der Errichtung und Sanierung von geförderten Mietwohnungen zugute. Sowohl gemeinnützige als auch private Bauträger können für die Errichtung von Mietwohnungen öffentliche Förderungsmittel erhalten. Diese Wohnungen sind dementsprechend günstiger als der frei finanzierte Wohnraum. Wer eine geförderte Wohnung bekommen möchte, muss aber natürlich bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Hier die wichtigsten Bestimmungen im Überblick:

  • In erster Linie muss das Einkommen unter den festgelegten Höchstgrenzen liegen.
  • Des Weiteren können die Größe der Familie oder auch das Alter ausschlaggebend für die Förderungswürdigkeit sein.
  • Zudem muss an der Wohnung auch ein dringendes Wohnbedürfnis bestehen.
  • Wenn geförderte Mietwohnungen weitergegeben werden, müssen die neuen Mieter ebenfalls die Förderungsbedingungen erfüllen.
  • Auch für die Sanierung von Wohnungen sind Förderungen möglich.

Die Wohnbauförderung in Österreich im Überblick

kosten-sparenWas wird nun eigentlich durch die Wohnbauförderung begünstigt? Die Errichtung von Wohnraum durch Neubauten, Umbauten, Renovierungen oder Zubauten. Wie bereits erwähnt, gibt es keine einheitliche österreichweite Wohnbauförderung, weswegen die Richtlinien zur Förderung durch jedes einzelne Bundeland unterschiedlich umgesetzt werden. Grundsätzlich besteht die Förderung

  • in der Gewährung günstiger Darlehen und Eigenmittelersatzdarlehen
  • aus Zuschüssen in der Rückzahlung von Darlehen (Annuitäten- und Zinszuschüsse durch die Länder)
  • aus einmaligen und nicht rückzahlbaren Zuschüssen.
  • Ein Land kann zudem die Bürgschaft für ein Darlehen übernehmen oder eine individuelle Beihilfe offerieren.

Allgemeine Förderungskriterien in Österreich

Es gibt auch allgemein geltende Kriterien, die in ganz Österreich Bestand haben. Es wird zwischen der Personenförderung und der Förderung bestimmter Baumaßnahmen differenziert. Für bestimmte Baumaßnahmen – darunter z.B. die Errichtung energieeffizienter und umweltfreundlicher Wohnungen und Häuser – gibt es geschenktes Geld, und das ganz unabhängig von der persönlichen Situation des Bauherrn. Begünstigte Personen, die dringenden Wohnbedarf haben, gelten als förderungswürdig.

Dazu zählen österreichische Staatsbürger oder diesen Gleichgestellte (EU-Bürger). Ein dringendes Wohnbedürfnis ist dann gegeben, falls ein anderes gefördertes Objekt nicht im Alleineigentum oder zu mehr als 50 Prozent im Miteigentum des Förderungswerbers steht, sofern die Benützungsbewilligung nicht mindestens 20 Jahre zurückliegt. Hinsichtlich der Personenförderung sind zwei wesentliche Aspekte zu beachten:

  • das Einkommen
  • die errichtete Wohnfläche.

In beiden Fällen gibt es eine Obergrenze, bis zu der eine Förderung möglich gemacht werden kann. Ein Einkommensnachweis ist bei Ansuchen demnach immer vorzulegen. Die maximale Einkommensgrenze steigt pro Kind an. Gefördert wird lediglich die Errichtung eines Hauptwohnsitzes vom Bundesland, in dem dieser zukünftig liegen soll.

Wer kommt als Förderungswerber überhaupt in Frage?

Es können nicht nur natürliche Personen, sondern auch juristische Personen um eine Wohnbauförderung beim entsprechenden Bundesland ansuchen. Folgend ein Überblick über mögliche Förderungswerber:

  • Österreichische Staatsbürger oder diesen gleichgestellte Personen
  • Gemeinden
  • gemeinnützige Bauvereinigungen
  • juristische Personen für die Errichtung und Sanierung von Dienstnehmerwohnungen
  • Körperschaften, Vermögensmassen und Personenvereinigungen.

Die Einkommensgrenzen: Beispiel Oberösterreich

Das Jahreshaushaltseinkommen der Förderungswerberin bzw. des Förderungswerbers und der mit ihr oder ihm im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen darf in Oberösterreich die folgenden Einkommensgrenzen nicht übersteigen:

  • 1 Person: 37.000 Euro
  • 2 Personen: 55.000 Euro
  • Für jede Person im gemeinsamen Haushalt: zusätzlich 5.000 Euro
  • Alimentationsverpflichtungen pro Kind: zusätzlich 5.000 Euro

Das Jahreshaushaltseinkommen besteht aus den Bruttoeinkünften abzüglich der Werbungskosten (beispielsweise Sozialversicherung oder Pendlerpauschale usw.) gemäß § 16 des Einkommensteuergesetzes 1988 und der einbehaltenen Lohnsteuer. Nicht zum Einkommen zählen Familienbeihilfe, Waisenrenten, Lehrlingsentschädigungen, Unterhaltszahlungen für Kinder, Pflegegelder sowie Abfertigungen.

Auch das Finanzamt sorgt für Begünstigungen

Die Einsparungen, welche beim Finanzamt beantragt werden können, sind auch länderübergreifend zu verstehen. Wer sich diese Möglichkeit zunutze macht, kann die Kreditsteuer von 0,8 Prozent bis zu einer errichteten Wohnfläche von maximal 150 Quadratmetern sowie die Gebühr für die Eintragung ins Grundbuch von 1,2 Prozent des Darlehensbetrages bis zu einer maximalen Wohnfläche von 130 Quadratmetern einsparen.

Hierbei ist zu beachten, was Wohnfläche ist und was nicht. Ein Keller zählt beispielsweise meist nicht dazu, wenn er tatsächlich als ein solcher genutzt wird. Wird der Keller aber als Wohnraum oder Fitnessstudio genutzt, gilt er sehr wohl als Teil der Wohnfläche.